ANOUR BRAHEM

Soundtrack der Woche #100

ECM gibt auf und auf einen Schlag sind einige der weltbesten Jazz und Klassik Aufnahmen online zum Streaming verfügbar. Das passierte am 14.11.2017. ECM kommt als unabhängiges Label aus München und ist in der Jazzwelt ein Major Player. Dessen Gründer Manfred Eicher produzierte einen Großteil der knapp 1500 erschienen Alben mit. Im Bereich des zeitgenössischen Jazzs ist ECM sehr einflussreich und bekannt für die Qualität seiner Aufnahmen. Viele Audiophile mit großartigen Hifi-Audiosystemen greifen auf die CDs von ECM zurück. Einige dürften Künstler wie Keith Jarrett, Jan Gabarek, Pat Metheny oder Nik Bärtsch kennen. Sie produzieren allesamt mit ECM. Auch Anour Brahem greift auf die Fertigkeiten von ECM zurück und bringt 2017 ein weiteres wunderbares Album Blue Maquams heraus.

Eine üppig bebilderte Annäherung an ECM im Coffetable-Book-Format ist Horizons Touched: The Music Of ECM, herausgegeben von Label-Mitarbeiter Steve Lake und Musikjournalist Paul Griffiths.

Auf die Musik muss man sich natürlich einlassen und sie ist jenseits von Pop oder Kommerz. Brahem, ein Virtuose auf der arabischen Kurzhalslaute Oud. Er zählt zu den weltweit besten Spielern. Acht Jahre sind vergangen seit Oud-Improvisator und Komponist Anouar Brahem die berühmten Eyes of Rita aufgenommen hat, aber die Stille hat den begeisternden tunesischen Jazz Meister nicht stumm geschaltet. Eine glamouröse Besetzung findet sich nun auf dem jüngsten Album: sein Bass-spielenden Soulmate Dave Holland, Schlagzeug-Star Jack DeJohnette und eine wild card in Form des britischen Django Bates am Piano. Das Ergebnis ist eine faszinierende Balance zwischen sanft mediterranen Songformen und der melodischen Genialität des besten Jazz. Die Anwesenheit von Bates (eine Idee des Produzenten Manfred Eicher, Brahem hat den englischen Außenseiter noch nie zuvor gehört gehabt) ist eine Inspiration für kreative Weite und vielfältige Referenzen. 

Das Album ist ein Aufeinandertreffen von Kopf und Herz und ein musikalisches Feuerwerk. Ich empfehle dementsprechend ein gutes Abspielmedium und etwas Zeit / Offenheit, um es zu hören.

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Autor

Felix

Gründer | Bayreuth

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