CLAIRE LAFFUT - VÉRITÉ

Soundtrack der Woche #175

Claire Laffut greift mit ihrer Debüt-EP Mojo auf simplen Pop zurück, um die vielsagenden Vorstellungen von Authentizität, Selbstvertrauen, Weiblichkeit und sexuellem Verlangen zu erforschen. Während Ihre erste melodramatische Single und Pop-Ballade Vérité noch gut als Pop funktioniert, wird es mit ihrer anschließenden EP Mojo richtig anstrengend.

Das liegt nicht allein an der Musik, sondern viel mehr noch an ihrer Inzenierung. Sie ist verdammt schön und kann malen. Sie modelt für CHANEL. Wenn sie es jetzt noch geschafft hätte eigenständige Musik zu produzieren… Leider jedoch wird ihr zumals avantgardistischer Ansatz durch eine Überdosis geschminkter Apathie, Pseudo-Schüchternheit und kultureller Aneignung (vgl. die späteren Auftritte und Musikvideos) untergraben, die die Glaubwürdigkeit ihres musikalischen Projekts stark in Frage stellen.

Für ihre erste Platte arbeitete die Allrounderin direkt mit Tristan Salvati zusammen, einem Pariser Produzenten, der für seine Zusammenarbeit mit dem belgischen Pop-Idol Angèle bekannt ist (welche sicher hier auch noch eine Rolle spielen wird).

Die von ihr ausgerufene Suche nach Authentizität wird leider unter einer Überdosis erfundener Lässigkeit begraben, was zu einem schrecklichen Mangel an Glaubwürdigkeit führt. Während Vérité cool scheint, weil authentisch, wird es bei Mojo irgendwie arg fake. Da klingen Ihre Vorbilder wie King Krule oder Sade fast wie Gags. Mit ihrem Gehabe wird ihre EP so oberflächlich, dass sie selbst im feshen Paris ihrer Generation überhaupt nicht gerecht wird. Sorry Claire.

 

 

 

 

 

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Zeichen verfügbar

SdW Playlist

Autor

Felix

Gründer | Bayreuth

Facebook

Facebook

Hype Maschine

Spotify

Instagram

Playlisten von uns

SdW 2016

Alles SdW aus 2016. 2016 war ganz schön fantastisch und ganz schön turbulent. Was die Musik angeht, findet Ihr hier nochmal das Jahr zum „nachhören“.

Irgendwo bei Flensburg

Aufs Land oder ans Meer.

Baron de Lanezac, Bordeaux, France

Die Mischung macht’s. Dieser Cuvée überzeugt mit 12,5 Umdrehungen. Underdog und Klassiker. Handverlesen.

L’amour toujours

C’est la première fois depuis bien longtemps que je me sens prêt à sauter vers l’inconnu. Et peu importe si je fonce droit dans un mur: je veux t’aimer.

Golden Five

80iger und 90iger Jahre Partys sind das Mc Donalds unserer Zeit, jeder geht hin, aber keiner will es zugeben. Irgendwie nicht am Puls der Zeit, und trotzdem reichlich gespickt mit Suchtpotential. Die Musik, die hier vorgestellt wird, entspricht keinem Genre, keiner Zeit, nur älter als 5 Jahre.