SdW #166 KOKOROKO – Abusey Junction

SdW #166 KOKOROKO – Abusey Junction

KOKOROKO - ABUSEY JUNCTION

Soundtrack der Woche #166

Manchmal ist es ganz einfach zu berühren oder berührt zu werden. Es braucht nicht viel, nur ein Lächeln, eine Geste, ein kluger Satz, eine entschlossene Persönlichkeit. Oder leidenschaftliche Musik.

Kokoroko hat Spaß und das macht sich bemerkbar. Lasst euch anstecken vom Afrobeat/ Funk und träumt oder tanzt wahlweise eine Runde mit uns.

Weitere Anspielstation: Uman

Am 9.05.2019 live in Berlin.

SdW Playlist

Autor

Felix

Gründer | Bayreuth

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Playlisten von uns

Anders Gedacht

Remix. Re-edit. Remake, Cover. Mashup (arrrg das lieber nicht). Schön, was man mit bereits produzierter Musik alles veranstalten kann. Wir finden viele Neuinterpretationen völligen Quatsch, aber einige sind so überragend, dass wir sie hier versammeln möchten. Musik, nochmal anders gedacht.

Baron de Lanezac, Bordeaux

Die Mischung macht’s. Dieser Cuvée überzeugt mit 12,5 Umdrehungen. Underdog und Klassiker. Handverlesen.

Unabhängig ist keine Musik

Eine Indie Playlist.

Le Pas Saint Angel

Le Pas Saint Angel. Genug Musik für einen Abend mit Freunden, alleine am Schreibtisch, zu zweit auf der Couch, zu dritt am Herd oder zu viert auf dem Tisch tanzend.

Fokus.Elektronica

Fokussieren. Belichtungsmesser. Ausatmen. Klick. Ein gutes Foto braucht den Fokus. Und überhaupt der Fokus lenkt die Aufmerksamkeit. Wir brauchen Fokus und da hilft uns manchmal entsprechende Musik.

SdW #160 Yussef Dayes – Love is The Message

SdW #160 Yussef Dayes – Love is The Message

YUSSEF DAYES - LOVE IS THE MESSAGE

Soundtrack der Woche #160

Jamsession in London

~ Kurzer Prolog ~

Ich vermisse Paris, Jamsessions, mein Wohnzimmer, meinen Jazz, diesen einzigartigen Duft von Bier und Cotes du Rhone aufgelöst in senkenden Dampf bei 80 % Luftfeuchtigkeit, die Improvisation und das Publikum dazu. Hier entdeckte ich die wahnsinnige Magie des Jazz.

Vorstellungsrunde

Alfa Mist ist ein mir bekanntes Gesicht. Der Autodidakt aus London begann seine musikalische Karriere als Grime- und HipHop-Produzent. Das hört man. Sein Sound ist durchzogen von melancholischen Jazzharmonien, HipHop und Soul. Im Studion kann er es, live konnte er es (zumindest letztes Jahr) gar nicht. Er wirkte blass, seine Entourage bis auf den Trompeter vollkommen amateurhaft. Weshalb er hier im Soundtrack der Woche auch nie die Ehre bekam, obwohl seine Musik durchaus Potential hat.

Yussef Dayes ist vom Hören bekannt. 26 Jahre jung. Drumer und bestimmt einer der aufregendsten Musiker, die aus der lebendigen Jazz-Szene Londons hervorgegangen sind. Als Schüler von Billy Cobham (einem Genie, das auch mit Miles Davis und Gil Evans) und beeinflusst von senegalesischer Rhythmus-Technik, ist Dayes’ unverwechselbares Spiel zu gleichen Teilen leichtfüßig, faszinierend und kunstvoll. Dayes zeigt sich u.a. für das letztjährige Yussef Kamaal Album „Black Focus”  (!!!) verantwortlich – mit dem Keyboarder Kamaal Williams.

Wer sich ein bisschen umhören will hat jetzt die wichtigsten Adressen: Alfa Mist, Yussef Dayes, Kamaal Williams. Achso und Mansur Brown an der Gitarre!

Loose yourself.

~ Kurzer Epilog ~

Presseschau: The Independent’ in England schreibt über das krasse Spiel von Dayes: „Jede Note scheint bei ihm von einem Elektroschock ausgelöst zu werden – man weiß nie genau, ob er Schlagzeug spielt oder das Schlagzeug ihn. Er arbeitet unermüdlich und mit enormem Fingerspitzengefühl. Er eignet sich Beats des ‘60s-Jazz, des Bossa Nova, des frühen Dubstep, von J Dilla und noch anderswo her an.“

 

 

 

 

 

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Playlisten von uns

Gammeln

Wenn der Weg zum Kühlschrank zu weit ist. Wenn du einfach im Bett liegen bleibst. Wenn du einen Tag etwas ganz und gar nutzloses tust. Musik zum Gammeln…

Jahresrückblick SdWs 2018

Was für ein Jahr! 52x kürten wir den Soundtrack der Woche in 2018.

Wie eine Insel

Und die Welt jenseits dieser Bettkante wird obsolet.

MS Dockville

Das MS Dockville mit einem Booking – bunt und extrem newcomeraffin. Hier gibt’s ein wenig von 2014, 2016 und 2017 durcheinander.

Fokus.Elektronica

Fokussieren. Belichtungsmesser. Ausatmen. Klick. Ein gutes Foto braucht den Fokus. Und überhaupt der Fokus lenkt die Aufmerksamkeit. Wir brauchen Fokus und da hilft uns manchmal entsprechende Musik.

SdW #97 King Krule – Biscuit Town

SdW #97 King Krule – Biscuit Town

KING KRULE - BISCUIT TOWN

Soundtrack der Woche #97

Es ist dunkel und versifft. Aber das Bier am Tresen ist vergleichsweise erschwinglich für das in der Gentrifizierung steckende Südlondon. Lustlos und krumm dakauernd raucht Archy Marshall an einem der seitlichen Tische vor der verspiegelten Wand. Ein vereinsamter Ventilator dreht – viel zu langsam – seine Runden über der Theke. Er kommt nicht an gegen den jungen großgewachsenen Kettenraucher mit rotem Haar. Hier sinniert er über fiese Körpersekrete und überzieht das Thema Scheitern mit einem Hauch von Glamour. Marshall ist 23 Jahre alt und hat vor kurzem ein ziemlich wildes, zugleich meditatives und besorgtes Album herausgebracht. Es bewegt sich irgendwo zwischen Trip-Hop, Jazz und watteweichem R’n’B. Es ist sein zweiter Streich.

Zauberer von Oz

King Krule heißt der Zauberer von The Ooz – ein Außenseiter-Kunstwerk aufgestellt in der Ikea Bilderabteilung. So underground seine Musik auch ist, Beyoncé hat öffentlich ihre Bewunderung ausgestellt und Kanye West lud ihn ins Studio ein. Er lehnte ab. Seit dem 15. Lebensjahr schon schreibt er Songs und wurde bald verfolgt vom Erfolg seines Debütalbums. Schreibblockade, Depression und Beziehungsende. Plötzlich nicht mehr underground. Das alles raucht er auf Lunge und pustet es in grauen Ringen wieder zurück. Rückwärtsrotierend steigen sie auf und verfangen sich im Ventilator an der Decke. Marshall bestellt sein nächstes Bier. Seine Musik ist nun eine intensive Irrfahrt durch Marshall’s Unterbewusstsein geworden und er ist stolz drauf. Es ist ein Produkt seiner persönlichen Obsession, Ideenfetzen, halbverdaut und wieder hervorgewürgt als schlammige und doch beeindruckende Musik. King Krule ist eine Kreatur der Nacht, Kind der Bohème, Bariton, trauriges Wesen im traurigen Kapitalismus.

~ Entdecken Sie mehr Musik aus der Serie intelligente Endzeitmusik u.a. mit Kate Tempest und Loyle Carner ~

Es geht um Fake-News, Brexit, Zersplitterung der urbanen Kultur. Krule hält tapfer dagegen mit seiner etwas anderen Musik. King Krule ist eine ehrliche Inkarnation von Archy Marchall und auch das Projekt, welches ihn porträtiert – als jungen Mann gewöhnt an die Hässlichkeit der Außenwelt und seine eigene fragile Innenwelt.

Keks City

In Biscuit Town, N°1 auf seinem neuen Album, versinkt also dieser junge Herr in allen Wundersamkeiten, die derweil für junge Menschen bestehen: Liebesleid, Traum vom Idol, komplizierte und schöne Beziehungen, die vergebliche Suche nach Orientierung, hochaufgelöste hyperkomplexe Welt, Weltfrust, Eifersucht, Sehnsucht, Slacker – Nichtstuer, Drogen, der Geschmack von verschieden Mündern. Biscuit Town ist laidback-fast-schon Rap.

And now i’m caught off by the taste in her mouth
She whispers all about
She got a mystery man deep down south
And no more wheelers, dealers creeping about
At least none that she knows
From the way so much
‚Til I’m rolled up in the same old dutch
Need a touch forth of my libido
And now she steadily hitting speed cones
As we proceed to a street dome
In the body not a weak bone
A strong mind but she still got a side for a people
Not that she knows
That’s what he knows
In biscuit town
I seem to sink lower
In biscuit town
In biscuit town
In biscuit town

Schon in seinem Debütalbum 6 Feet Beneath The Moon verbindet er Einflüsse aus britischem Folk und Punk mit Rock, Hip-Hop, Dub und Garage. Dabei strömt seine Musik so zielsicher zusammen, als wäre es nie anders gedacht gewesen. Zu einem morbiden Fluss aus Punk, düsterem Folk und ausgebremsten Endzeit-Swing. E-Gitarren-Töne ziehen fragile Fäden, Jazz schimmert auf: Krule ist ein Crooner wie Jesper Munk, nur in fame. Ganz ungewollt (?) wurde er zu London’s neuem underground Posterboy gekrönt – als Abbild einer urbanen Dystopie, die für viele Menschen immer unverständlicher wird.

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SdW #85 SOHN – Bloodflows

SdW #85 SOHN – Bloodflows

SOHN - BLOODFLOWS

Soundtrack der Woche #85

SOHN. Der charmante Herr mit der klaren, so wunderbaren, Stimme hat sich weiterentwickelt und tourt mittlerweile nicht mehr alleine und mit Kapuze in Schwarz, sondern mit Hut. Das tut gut. Er feiert seinen ganz eigenen Gottesdienst, dirigiert seine Begleitung und singt höher als seine Backgroundsängerin. Sehr gelungen. Soundtrack der Woche ist ein Stück aus seinem Debütalbum Tremors. Sohns Debütalbum begeisterte sowohl die Fachpresse als auch die Fans. Vergleiche mit James Blake und anderen Größen aus Post-Dubstep, Ambient, Alternative-R’n’B, oder welche Genrebezeichnung man auch verwenden mag, machten den Wahl-Wiener mit Londoner Wurzeln zum bekannten Geheimtipp.

Und so ist das neue Album Rennen

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Autor

Felix

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SdW #84 Portico – 101

SdW #84 Portico – 101

PORTICO - 101

Soundtrack der Woche #83

Das ist Portico. Das Portico Quartet in „geschrumpfter“ Besatzung. Und plötzlich ziemlich weit entfernt von ihrer alten Musik, dem Jazz. Wie es dazu kam ist sehr kompliziert. Jedenfalls begannen Jack Wyllie, Duncan Bellamy und Milo Fitzpatrick damals noch mit Nick Mulvey ein Jazz Kollaborationsprojekt. Sie tauften es Portico Quartet und nahmen ein Album auf. Das funktionierte ziemlich gut. Ihr erstes gemeinsames Album Knee-Deep In The North Sea wurde 2007 unverzüglich für den Mercury Music Prize nominiert.

2011 verließ Gründungsmitglied Nick Mulvey die Band. 2013 verließ auch sein Nachfolger Keir Vine die Band, womit sie ihr damaliges Wahrzeichen verlor – das Hang. Der Rest befand zu dem Zeitpunkt dann sie wären „gone as far as they could” und nahm die künstlerische Krise zum Anlass für radikalen Wandel.

Living Fields ist ihr Debüt als Trio und das einzige Album, das sie aufnahmen. Mittlerweile ist nämlich Portico Quartet wieder alive und klingen auch sehr gut:

 

 

Nun damals haben sie sich eine neue Labelheimat zugelegt: Das Independent Haus Ninja Tune, welches wahnsinnig viele fantastische Künstler betreut. Dazu gehören Mr. Scruff, Romare, Young Fathers, Maribou State, Lapalux, Kate Temepst, Kamasi Washington, Howling, Helena Hauff, David August, Bonobo und The Cinematic Orchestra. Sick! Das neue Werk bewegt sich dann galant zwischen Electro, Pop, jazzigen Elementen und Ambient. Mit Jono McCleery, Jamie Woon und Joe Newman von alt-J treten außerdem drei bemerkenswerte Sänger auf. Joe Newman und Jack Wyllie wuchsen beispielsweise in derselben Straße in London auf und sind seitdem befreundet. Joe sagt: „I grew up listening to Portico and at Uni I introduced their music to a younger Alt-J.“

Geil: eine kleine Ninja Bonus Playlist:

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Autor

Felix

Gründer | Bayreuth